Nordic Walking vs. Joggen
Wer sich über mich informiert hat, weiß dass ich leidenschaftlicher Läufer bin. Gleichzeitig bewegt mich Nordic Walking seit mehr als 15 Jahren, u.a. um Menschen den Spaß an der Bewegung und Nordic Walking zu vermitteln. In diesem Artikel gehe ich den beiden Bewegungssportarten genauer auf den Grund und hinterfrage, was für das Joggen und was für Nordic Walking spricht. Als Grundlage für diesen Artikel nutze ich die 10 häufigsten Motivationsfaktoren mit einem Bewegungssport zu starten. Übrigens: Schreibt mir gerne, wenn ihr an mancher Stelle anderer Meinung seid. Nutzt hierfür das Kommentarfeld unterhalb des Artikels – ich freue mich über jedes Feedback.
Motivationsfaktor 1 – Erfolgreich Abnehmen
Erfolgreiches Abnehmen bedeutet für viele Menschen, möglichst viel Körperfett zu verbrennen. Die Herzfrequenz ist dabei besonders wichtig. Sie bestimmt den Anteil der Fettverbrennung während der Bewegung. Die Fettverbrennung läuft bei ca. 60-70% der maximalen Herzfrequenz auf Hochtouren. Je nach Alter bewegt sich der Bereich bei ca. 130-150 Schläge/Minute. Durch die höhere Intensität wird dieser Herzfrequenz-Wert beim Joggen deutlich „leichter“ erreicht.
Beim Nordic Walking bewegt man sich meist bei 50-60% der maximalen Herzfrequenz. Die Fettverbrennung wird bei einer 60-minütigen Bewegungseinheit demnach beim Joggen immer etwas höher sein.
Was es jedoch zu bedenken gilt: Sporteinsteiger/-innen werden beim Nordic Walking ein deutlich höhere Ausdauerleistung erbringen können. Trotzdem mein Fazit: Punkt Joggen
Joggen 1 : 0 Nordic Walking
Motivationsfaktor 2 – Muskulatur aufbauen
Nordic Walking beansprucht 90% der Körpermuskulatur. Etwa 600 Muskeln sind dabei im Dauereinsatz. Sie werden gekräftigt, was sich positiv auf Muskelverspannungen im Schulter- und Rückenbereich auswirkt. Voraussetzung hierfür ist der korrekte Einsatz der Nordic Walking Stöcke.
Beim Joggen kommt deutlich weniger Körpermuskulatur zum Einsatz. Allen voran arbeitet die Beinmuskulatur, die sich jedoch auf Dauer, an die läuferische Belastung anpasst. Apropos Muskulatur: Durch die vergleichsweise hohe Belastung beim Jogging leidet oft die Rumpfmuskulatur, was sich langfristig negativ auf die Knie auswirken kann. Ein regelmäßiges Kräftigen ist daher unabdingbar und bestenfalls in die Trainingseinheiten zu integrieren.
Mein Fazit: Punkt Nordic Walking
Joggen 1 : 1 Nordic Walking
Motivationsfaktor 3 – Gewebe formen und straffen
Was für die Männer „Muskulatur aufbauen“ ist, ist für die Frauen der Wunsch, das Gewebe zu formen und zu straffen. Beides geht nur über das regelmäßige Trainieren der Körpermuskulatur. Auch hier hat Nordic Walking durch ein ganzheitlichere Belastung die Vorteile auf seiner Seite.
Was für das Joggen spricht, ist der stärkere Einsatz der Beinmuskulatur. Demnach wird diese besser trainiert als zum Vergleich beim Nordic Walking. Um die gewünschte Straffung zu erzielen, empfehle ich das Lauftraining mit einem zusätzlichen Workout für Beine und Gesäß zu kombinieren. Mein Fazit: Punkt Nordic Walking
Joggen 1 : 2 Nordic Walking
Motivationsfaktor 4 – Präventiv in die Gesundheit investieren
Joggen ist ein exzellentes Training für das Herz-Kreislauf-System. Vorausgesetzt das Herz wird mit der richtigen Herzfrequenz trainiert. Gerade an diesem Punkt führt das Joggen (für Anfänger) nicht selten zur Überlastung und endet nicht selten mit Seitenstechen und Muskelkater. Wer mit einem Herzfrequenzgerät trainiert, dem gelingt hier vom ersten Schritt an eine ausgewogene Belastungssteuerung.
Um im Sinne der Prävention zu investieren, ist Nordic Walking aus meiner Sicht die bessere Wahl. Gerade Sporteinsteiger/-innen profitieren von der sanfteren Belastung und einem Trainieren im niedrigeren Herzfrequenzbereich. Ein ausgewogeneres Wohlbefinden nach den Walkingeinheiten sollten dies bestätigen. Auch Knie und Gelenke werden beim Nordic Walking deutlich weniger belastet, teils durch die Nordic Walking Stöcke gar entlastet. Mein Fazit: Punkt Nordic Walking
Joggen 1 : 3 Nordic Walking
Motivationsfaktor 5 – Die Leistungsfähigkeit steigern
Um das maximale aus seinem Körper herauszuholen, muss man auch an seine Grenzen gehen. Beim Joggen ist dies auf jeden Fall deutlich intensiver möglich, als beim Nordic Walking. Wer als Laufanfänger anfangs an seine Leistungsgrenze kommt, wird bspw. durch regelmäßiges Trainieren feststellen, wie sich der Körper daran anpasste. Diese Anpassung an die Belastung nennt sich Superkompensation. Möchte ich also meine Leistungsfähigkeit steigern, ist es wichtig, stets neue (+höhere) Trainingsreize zu setzen. Beim Joggen kann dies durch einen Anstieg des Lauftempos oder längere Laufstrecken erfolgen. Fazit: Punkt Joggen
Joggen 2 : 3 Nordic Walking
Motivationsfaktor 6 – Richtig auspowern beim Sport
Auch dieser Punkt geht klar an das Joggen. Wie bereits beim Motivationsfaktor „Leistungsfähigkeit“ beschrieben, ist es duch die Temposteigerung leichter möglich, sich richtig auszupowern. Wichtig dabei ist jedoch, die Herzfrequenz im Blick zu haben. Gerade Laufeinsteiger laufen sonst Gefahr zu „überpacen“ und im anaeroben Herzfrequenzbereich zu trainieren. Verletzungen oder eine Schwächung des Immunsystems können hier typische Folgen sein. Trotzdem mein Fazit: Punkt Joggen
Joggen 3 : 3 Nordic Walking
Motivationsfaktor 7 – Eine flexible Sportart
Du möchtest unabhängig von Öffnungszeiten und Kurszeiten sein. Kurzum: Beide Sportarten – Joggen sowie Nordic Walking – bieten dir diese Flexibilität. Mein Fazit: Punkt für Joggen/Nordic Walking
Joggen 4 : 4 Nordic Walking
Motivationsfaktor 8 – Spaß an Bewegung
Auch bei diesem Motivationsfaktor gebe ich beiden Sportarten dieselbe Punktzahl. Entscheidend ist letztlich, dass du – egal für welche Sport- und Bewegungssportart du dich entscheidest – Spaß daran hast. Auch wenn es Tage geben wird, an denen die Bewegung schwerer fällt, ist es letztlich wichtig mit Freude dabei zu sein. Sollte der Spaß langfristig jedoch ausbleiben, fällt ein wichtiger Motivationsfaktor weg. Der Spaß und die Freude an Bewegung sind nämlich für den nachhaltigen Erfolg verantwortlich. Mein Fazit: Punkt für Joggen/Nordic Walking
Joggen 5 : 5 Nordic Walking
Motivationsfaktor 9 – Mit anderen Personen aktiv sein
Beide Sportarten können selbstverständlich in der Gruppe durchgeführt werden. Beim Joggen gibt es jedoch einen kleinen Nachteil. Sobald das Leistungsniveau der Personen sehr unterschiedlich ist, muss eine (oder mehrere) Person immer sich der anderen Person anpassen. Dies kann zu Unzufriedenheit führen und auch den Trainingseffekt negativ beeinflussen.
Beim Nordic Walking ist dies etwas anders. Eine gut trainierte Person kann sich bspw. dem Lauftempo einer weniger gut trainierten Person anpassen und dabei den Stockeinsatz intensivieren – quasi die Fortbewegung verstärkt aus dem Oberkörper holen. Dadurch steigt die Anstregung für die gut trainierte Person und trotzdem walken beide im selben Tempo. Wie dies funktioniert, zeige ich übrigens auch in meinem Personaltraining. Fazit: Punkt Nordic Walking
Joggen 5 : 6 Nordic Walking
Motivationsfaktor 10 – In der Natur bewegen
Zum Abschluss nochmals eine faire Punkteverteilung zwischen Nordic Walking und Joggen. Joggen und Nordic Walking machen in der Natur am meisten Spaß. Fazit: Punkt für Joggen/Nordic Walking
Joggen 6 : 7 Nordic Walking
MEIN FAZIT
Nordic Walking gewinnt aus meiner Sicht und Erfahrung hauchdünn den Vergleich mit dem Joggen. Die gesundheitlichen Vorteile sind aus meiner Sicht etwas ausgewogener. Vor allem Sport- und Bewegungseinsteiger/-innen werden beim Nordic Walking schnellere Erfolge in Hinblick auf die Prävention und den Spaß an Bewegung finden. Solltest du dich beim Nordic Walking auf Dauer unterfordert fühlen, kann das Joggen der nächste Schritt sein.
Vor allem, was das Auspowern und die Leistungssteigerung betrifft, sehe ich das Joggen dem Nordic Walking gegenüber im Vorteil. Wie bereits mehrfach erwähnt, empfehle ich stets mit einer Herzfrequenz-Uhr zu laufen. Auch beim Nordic Walking ist dies eine gute Ergänzung.
Für wen beides nicht die richtige Sportart ist, empfehle ich normales Walking oder Wandern an der frischen Luft. Mit einem Wanderführer lässt sich bspw. die Planung der richtigen Wanderroute vereinfachen.
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